Travel Security

Ausbruch der "Mexikanischen Grippe": Tipps und Empfehlungen für Reisen in betroffene Regionen

1. Lage

Die Zahl der Toten durch den Ausbruch der Schweinegrippe in Mexiko hat sich auf 103 erhöht (Stand 27.04.2009, 18:00 Uhr). Insgesamt gibt es nach offiziellen Angaben landesweit rund 1.600 Verdachtsfälle, 400 Menschen werden in Krankenhäusern behandelt.

Präsident Felipe Calderón stattete die Gesundheitsbehörden mit Sondervollmachten aus, um die Epidemie einzudämmen. Die Behörden sollen unter anderem das Recht haben, Wohnungen zu betreten, um Grippekranke aufzuspüren, sie zu isolieren und zu behandeln. Auf allen Flughäfen und Busbahnhöfen waren medizinische Teams, auch in Begleitung von Soldaten und Polizisten im Einsatz, um Grippekranke aufzuspüren. In Mexikos Hauptstadt-Region sind seit 24.04.2009 alle Schulen geschlossen, Großveranstaltungen sind verboten. Aus den USA meldet das Center of Desease Control (CDC) 20 Infektionsfälle an fünf Standorten, die auf das zuvor unbekannte Influenzavirus vom Typ A/H1N1 zurückzuführen sind. Alle Patienten hätten unter milden Grippesymptomen gelitten und sich rasch erholt. Um die Brisanz der Entwicklung jedoch deutlich zu machen: von Dezember 2005 bis Februar 2009 gab es insgesamt 12 Infektionsfälle bei Menschen mit dem Schweinegrippeerreger in den USA.

Verdachtsfälle gibt es inzwischen auch in Neuseeland, Israel, Frankreich, Spanien und Kanada. Bei einem Verdachtsfall in Spanien handelt es sich in der Tat um den «A/California/04/2009 A(H1N1)»-Subtyp.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat inzwischen die Stufe 4 auf der sechsstufigen WHO-Skala ausgerufen. Eine Reisewarnung für Mexiko und die USA wurde vom Auswärtigen Amt bisher nicht ausgesprochen. Anders die EU, Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou hat wegen der Grippeausbreitung von Reisen nach Mexiko und in die USA abgeraten.

2. Bewertung

Die WHO befindet sich noch in der Phase der Informationssammlung und -bewertung. Sie spricht im Zusammenhang mit der Schweinegrippe von einem Gesundheitsnotfall internationalen Ausmaßes. D.h., sollte die bisher augenscheinlich schnelle Ausbreitung zunehmen, ist mit einer Höherstufung und damit verbundenen weitreichenden Maßnahmen international/national zu rechnen. Angesichts der potentiellen Bedrohung müssen nicht nur staatliche Einrichtungen rechtzeitig Maßnahmen zur Krisenprävention und -bewältigung ergreifen, sondern auch Unternehmen. Vor allem in Bezug auf die Reisetätigkeit, sollten gezielte Maßnahmen zur Reduktion der Infektionsausbreitung ergriffen werden.

3. Empfehlung

  • Grundsätzlich empfehlen wir, Reisen in die betroffenen Gebiete zu vermeiden!
  • Personal, das gegenwärtig in den betroffenen Regionen ist bzw. aus Mexiko zurückkehrt, sollte vorsorglich ärztlichen Rat einholen, um ein potenzielle Ansteckung auszuschließen.
  • Sollten Reisen in die genannten Länder dennoch erforderlich sein, sollten Sie nachfolgende Grundsätze unserer kurzen Checkliste berücksichtigen. Die Verhaltensregeln können die Verbreitung aller Infektionskrankheiten eindämmen, die mittels Tröpfcheninfektion übertragen werden.

Unabhängig hiervon, empfehlen wir Ihnen heute noch die Möglichkeit, alle Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter sowie die unternehmenseigene Infrastrukturen weltweit auf Aktualität und Umfang kritisch zu überprüfen.

Sollten Sie noch Fragen zu Reisesicherheit bzw. Pandemieplanung haben, stehen Ihnen unsere Ansprechpartner jederzeit gerne zur Verfügung.

Notfallcheckliste allgemein

  1. Meiden Sie den Kontakt zu Tieren, besonders in Gebieten mit Verdacht auf Schweingrippe!
  2. Fassen Sie keine kranken oder verendeten Tiere an!
  3. Melden Sie tote Tiere immer den Behörden!
  4. Füttern Sie keine Tiere!
  5. Nehmen Sie sonstige Haustiere (Hunde, Katzen) an die Leine!
  6. Verzehren Sie keine rohen Tierprodukte! Essen Sie Schweinefleisch im gegarten, gebratenen oder gekochten Zustand!
  7. Vermeiden Sie engen Kontakt zu Menschen, die krank sind.
  8. Meiden Sie größere Menschenansammlungen.
  9. Wenn Sie selbst krank sind, bleiben Sie zu Hause!
  10. Bedecken Sie Mund und Nase beim Husten oder Niesen mit einem Taschentuch; Die Nutzung von Schutzmasken ist in Deutschland derzeit noch nicht nötig.
  11. Waschen Sie sich regelmäßig die Hände; dies ist die beste Möglichkeit die Keimübertragung zu vermeiden.
  12. Nase, Mund und Augen nicht zu oft berühren, da diese Eintrittspforten für Erreger sind.
  13. Eine spezifische Therapie gegen Schweinegrippe gibt es nicht. Tamiflu und Relenza mildern nach ersten Erkenntnissen die Symptome, auch bei der Schweinegrippe, aber einen Schutz vor der Infektion bieten diese nicht.
  14. Symptome der Schweinegrippe: Sie beginnt wie eine normale Grippeerkrankung mit Erschöpfung, Mattigkeit, Fieber. Dann kann es zu Lungenentzündungen und Magen-Darm-Beschwerden kommen. Sollten Sie mit potenziell infizierten Tieren/Menschen in Kontakt gekommen sein und geschilderte Anzeichen erkennen, suchen Sie sofort Ihren Hausarzt auf!

Dipl. Log. Denis Standhardt

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